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Das Marienevangelium, als einzigstes von einer Frau geschrieben die Jesus vermutlich noch kannte, Maria Magdalena, gibt interessante Perspektiven der Stellungnahme des ersten Papstes Petrus in Bezug auf die Frauenrechte preis. |
Aus Gnosis, Weltbild Verlag Augsburg, ISBN 3-629-00643-4
„... Wird auch die Materie gerettet oder nicht?"
Der Retter sagte: " Alle Natur, jede Gestalt und jede Kreatur besteht in- und miteinander und wird wieder zu ihren eigenen Wurzeln hin aufgelöst. Denn die Natur der Materie kann sich nur zu ihren eigenen Wurzeln hin auflösen. Wer Ohren hat zu hören, der höre!"
Da sprach Petrus:" Du hast uns alles erkennen lassen, sag uns nun auch noch dies: Worin besteht die Sünde der Welt?"
Der Retter sprach: „ In Wahrheit gibt es keine Sünde, sondern ihr macht Sünde durch euer Tun. Sie kommt (zum Beispiel) aus der Natur der zerbrochenen Ehe. Das nennt einer Sünde. Deswegen aber kam das Gute in die Mitte, hin zum Wesen jeder Natur, um so wieder in ihre Wurzel einzufügen."
Und er sprach weiter:
„Deswegen entsteht auch ihr, und deswegen sterbt auch ihr ... Wer es fassen kann, der soll es fassen!
Es gibt ein Leid, das nicht verglichen werden kann. Es ist aus einem gegenüber der Natur hervor gegangen. Daher entsteht eine Verwirrung überall am Leibe. Und deswegen habe ich Euch gesagt: Habt Mut! Auch wo ihr Mut nicht habt, habt dennoch Mut! Denn ihr seht doch, die Gestalten der Natur , sie sind verschieden.
Wer Ohren hat zu hören, der höre!"
Als der Selige das gesagt hatte gab er allen den Gruß (Kuss) und sprach:
„Frieden mit euch! Mühet euch um meinen Frieden. Hütet euch, dass niemand euch abirren lasse mit den Worten: Seht hier, Seht da! Denn der Sohn des Menschen ist inwendig in euch. Ihm sollt ihr nachgehen! Wer ihn sucht, wird ihn finden. Geht also und predigt das Evangelium der Herrschaft (Gottes)!
Ich habe euch kein anderes Gebot gegeben, nur das, worin ich euch unterwiesen habe. Und ich habe euch kein Gesetz gegeben, wie Gesetzesstifter tun. Ihr sollt nicht durch das Gesetz ergriffen werden."
Als er so sprach, wurde er unsichtbar.
Sie aber war traurig, weinten und sprachen: „Haben wir jetzt zu den Völkern hinaus zu gehen, um das Evangelium vom Menschensohn zu predigen?"
Da erhob sich Maria, gab allen den Gruß (Kuss) und sprach zu den Brüdern: „Weint nicht, trauert nicht und zweifelt nicht, denn seine Huld wird mit euch sein und euch hüten. Lasst uns seine Größe rühmen, denn er hat uns hergerichtet und aus uns Menschen gemacht."
Indem dies Maria sagte, wendete sie den Sinn derer, die ihr zuhörten, zum Guten, und sie begannen über die Worte des Retters miteinander zu reden.
Petrus sprach zu Maria:
„Schwester, wir alle wissen, dass der Retter dich lieber hatte als die anderen Frauen. Sage du uns Worte des Retters, derer du dich erinnerst und die du kennst, wir aber nicht, weil wir sie auch nicht gehört haben."
Da fing sie an, ihnen diese Worte zu sagen:
„Ich" sprach sie „ich sah den Herrn im Traum und sprach zu ihm: Herr ich sah dich heute in einem Traum! Er gab Antwort und sprach zu mir: Segen über dich, da du nicht strauchelst bei meinem Anblick. Denn wie euer Herz ist, wird auch eure Kraft zu sehen sein.
Ich sprach zu ihm: Herr, sieht ein Mensch im Traum, den er sieht, durch die Seele oder durch den Geist?
Der Retter gab Antwort und sprach: Er sieht weder durch die Seele noch durch den Geist, sondern durch die Mitte und von beidem sieht der Traum durch den Sinn.
(...)
Und das Verlangen sprach: Ich sah nicht, wie du herankamst. Jetzt aber sehe ich, wie du hinaufsteigst. Warum lügst du also?
Die Seele antwortete und sprach: Ich habe dich durchaus gesehen, aber du hast mich nicht gesehen, du hast mich nicht erkannt. Obwohl du ein `Kleid' war's, hast du mich nicht erkannt.
Als sie dies gesagt hatte, jubelten sie in Freude und gingen davon. Darauf kam sie zur dritten Gewalt. Man nennt sie Unwissenheit. Diese wollte die Seele ausprüfen: Wohin gehst du? Du bist in der Tat gefangen, in der Sünde ergriffen. Richte also nicht!
Aber die Seele sprach: Worum richtest du mich, wo ich dich nicht richten soll? Zwar bin ich ergriffen worden, aber ich selbst habe nicht zugegriffen. Ich bin nicht erkannt worden, aber ich habe erkannt, dass nämlich das ganze Universum frei wird, himmlisches wie irdisches.
Nachdem die Seele die dritte Gewalt hinter sich gelassen hatte, stieg sie hinauf vor die vierte Gewalt. Die war siebengestaltig. Die erste Gestalt ist die Finsternis, die zweite das Verlangen, die dritte die Unwissenheit, die vierte die Bringerin des Todes, die fünfte der Bereich des Fleisches, die sechste das dumme Verlangen des Fleisches, die siebente das Wissen des ...
Das sind die sieben Genossen des Zornes. Diese fragen die Seele: Woher kommst du, du hast Menschen getötet? Und wohin gehst du, du überwindest Raum?
Die Seele antwortete und sprach: Getötet ist worden, was mich festhielt, was mich umwendete, ist umgewendet. Mein Verlangen ist zu Ende. Meine Unwissenheit ist gestorben. In der Welt wurde ich gerettet aus der Welt durch eine hohe Gestalt. Ich wurde gerettet aus der Fessel, nicht zu erkennen. Dies besteht nur auf Zeit. Von jetzt an werde ich Ruhe erlangen. Dies ist der richtige Zeitpunkt. Ich werde Ruhe erlangen im Schweigen."
Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie. Dies war, was der Retter zu ihr geredet hatte.
Andreas aber sprach dawider und sagte zu den Brüdern: „Sagt doch, wie denkt ihr über das, was sie gesagt hat? Ich glaube nicht, dass der Retter so geredet hat. Seine Lehren haben eine andere Bedeutung."
Da redete Petrus dawider und fragte seine Brüder über den Retter: „ Sollte er tatsächlich mit einer Frau allein gesprochen und uns ausgeschlossen haben? Sollten wir ihr etwa zunicken und alle auf sie hören? Hat er sie uns vorgezogen?"
Da weinte Maria und sprach zu Petrus: „Mein Bruder Petrus, was sagst du da! Meinst du, ich hätte dies alles selbst ersonnen in meinem Herzen und würde so über den Retter lügen?"
Da nahm Levi das Wort und sprach zu Petrus: „Mein Bruder Petrus, du bist von jeher aufbrausend. Und jetzt sehe ich, wie du dich gegen diese Frau groß machst, als hättest du einen Rechtsgegner. Wenn aber der Retter sie für Wert genug hielt- wer bist dann du, dass du sie verwürfest? Sicherlich kennt der Retter sie ganz genau. Und deshalb hat er sie auch mehr als uns geliebt.
Wir sollen uns also schämen und den endgültigen Menschen anziehen. Wir sollen werden, wie er uns angewiesen hat und das Evangelium predigen, ohne dass wir eine Weisung oder ein Gesetz geben, es sei denn das, indem uns der Retter unterwiesen hat."
Als Levi (sonst auch Matthäus) das gesagt hatte, rüsteten sie sich, auszurufen und zu predigen.
Man schreibt dieses Evangelium Maria Magdalena zu.
Wenden wir uns nun einmal dem eigentlichen Inhalt zu und betrachten dieses Evangelium wertfrei.
| Alle Natur, jede Gestalt und jede Kreatur besteht in- und miteinander und wird wieder zu ihren eigenen Wurzeln hin aufgelöst. Denn die Natur der Materie kann sich nur zu ihren eigenen Wurzeln hin auflösen. | Hier wird nach Ansicht vieler im
Freundeskreis klar gestellt, dass sämtliche Materie zu ihrem
Ursprung zurückkehrt und gleichzeitig bedingt durch die
Allgegenwärtigkeit Gottes schließlich zu Gott selbst zurückkehren
muss.
Alleine dadurch scheint, ist Erlösung schon als gesichert zu betrachten und lediglich besteht hier die Frage nach dem Zeitpunkt und was vorher durch das Individuum Mensch, ohne das keine Erlösung möglich erscheint, durchgemacht werden muss, welche Lernprozesse zu durchlaufen sind, bevor die Materie über unzählige Zwischenstadien dann endlich durch die Gnade Gottes Erlösung findet. Dieses scheint gewichtig, da insbesondere bei Berücksichtigung der Allgegenwärtigkeit, die, wie wir gesehen haben, nicht nur aus der christlichen Glaubenlehre, sondern auch den Lehren der Yogis im Ausdruck des ewigen Seins und der Allgegenwärtigkeit Brahmans, der Buddhisten durch die Allgegenwärtigkeit Buddhas und auch der Kabbala in der Sohar, nicht zuletzt auch der Lehre des Koran, der ebenfalls die Allgegenwart Gottes bestätigt identisch und glaubhaft nachgewiesen und auch die Naturreligionen sagen hier im wesentlichen nichts anderes. Im Übrigen scheinen die Naturwissenschaften und die Mathematik derartiges auch nachzuweisen. |
| Hier wird wahrscheinlich
hervorgehoben, dass es ein Leid gegenüber der Natur gibt, was
offensichtlich nichts anderes bezeichnet, als ein Leid das dadurch
entsteht, wenn man sich entgegen der Natur verhält und sich dadurch
gegen den Willen Gottes stellt, der, wie wir im ersten Satz
besprochen haben Allgegenwärtig ist und wenn man sich gegen die
Natur entscheidet, stellt man sich zwangsläufig außerhalb dessen
und der natürlichen Kreisläufe und wird dadurch ständige
Fehlentscheidungen treffend, die Einheit nicht erlangen und den
Kampf gegen die Natur und letztlich gegen Gott niemals gewinnen
können.
Ein derartiges Verhalten ist, wie bereits auf
der |
Es gibt ein Leid, das nicht verglichen werden kann. Es ist aus einem gegenüber der Natur hervor gegangen. Daher entsteht eine Verwirrung überall am Leibe. Und deswegen habe ich Euch gesagt: Habt Mut! Auch wo ihr Mut nicht habt, habt dennoch Mut! Denn ihr seht doch, die Gestalten der Natur , sie sind verschieden.
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In Wahrheit gibt es keine Sünde, sondern ihr macht Sünde durch euer Tun. Sie kommt (zum Beispiel) aus der Natur der zerbrochenen Ehe. Das nennt einer Sünde. Deswegen aber kam das Gute in die Mitte, hin zum Wesen jeder Natur, um so wieder in ihre Wurzel einzufügen. |
Sind die Argumente aus den
bisher betrachteten Punkten dieses Evangeliums stichhaltig, so
finden hier diese Dinge wiederum Unterstützung, indem festzuhalten
ist, dass derjenige, der sich seiner Natur und seiner Bestimmung
gemäß verhält ohne Sünde und daher auch ohne Schuld sein muss,
da er (oder sie) mit der Natur und mit Gott eins ist und sich nicht
außerhalb stellt und gestellt hat.
Darüber hinaus begründen unsere beiden ersten Betrachtungen auch, dass es keine Zufälle geben kann, da schon alles schon seit ewigen Zeiten geplant scheint. |
„Frieden mit euch! Mühet euch um meinen Frieden. Hütet euch, dass niemand euch abirren lasse mit den Worten: Seht hier, Seht da! Denn der Sohn des Menschen ist inwendig in euch. Ihm sollt ihr nachgehen! Wer ihn sucht, wird ihn finden. Geht also und predigt das Evangelium der Herrschaft (Gottes)!
Dieses bestätigt vorgenanntes und bedarf eigentlich keiner näheren Erläuterung mehr.
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Petrus scheint hier zu bestätigen, dass Jesus die Frauen durchaus ernst und als gleichwertig und gleichberechtigt ansah. Wir werden aber in diesem Zusammenhang noch zu sehen bekommen, dass Petrus gegenteiliger Meinung war und diese auch durch zu setzen im Stande war, wie wir heute, fast Zweitausend Jahre später immer noch mit Bedauern festhalten müssen. Im übrigen gehen diese Gedankenanregungen auch aus anderen Bibelstellen des Neuen Testamentes klar hervor und es mag Sache der Fachleute sein, diese heraus zu suchen und inhaltlich in diesen Zusammenhängen zu prüfen. |
Schwester, wir alle wissen, dass der Retter dich lieber hatte als die anderen Frauen. Sage du uns Worte des Retters, derer du dich erinnerst und die du kennst, wir aber nicht, weil wir sie auch nicht gehört haben. |
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„ Sollte er tatsächlich mit einer Frau allein gesprochen und uns ausgeschlossen haben? Sollten wir ihr etwa zunicken und alle auf sie hören? Hat er sie uns vorgezogen?" |
Mit diesen Worten drückte
Petrus, der Fels, auf den die Kirche gebaut werden sollte, worauf
sich stolz alle Päpste in der Nachfolge beriefen, seine
Frauenfeindlichkeit aus und sie trugen nach Ansicht vieler im
Freundeskreis so zu der unfriedlichen Weltsituation gewollt oder
ungewollt bei.
Dieses ist recht deutlich zu spüren, wenn wir uns zudem an die Worte erinnern, die irgendwo im Neuen Testament stehen, "Noch ehe der Hahn dreimal kräht wirst du mich dreimal verleugnet haben." Geht hier nicht eindeutig hervor, dass Jesus über die Unzuverlässigkeit Petris wusste und ist nicht das Beispiel "Petrus der Fels" eventuell ein Hinweis auf die Starrsinnigkeit Petris in Bezug auf den Punkt der Gleichberechtigung von Mann und Frau? Jedenfalls scheint das Levi (sonst auch Matthäus) so gesehen und erfahren zu haben und daher kam die entsprechende Antwort, die oben geschrieben steht. |
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Gerade im Zusammenhang mit den vorigen Sätzen findet dieser letzte Satz besondere Beachtung im Freundeskreis und so mancher stellt sich hier die Frage, ob Petrus bewusst bereits vor nahezu zweitausend Jahren plante, die Kirche mit so vielen Gesetzten und Geboten zu gestalten, wie es seine Nachfolger zu tun gedachten. Hier scheint jedoch Matthäus (sonst auch Levi genannt) die Worte aus dem Neuen Testament zu bestätigen, wo Jesus zum Ausdruck brachte: 'ein einziges Gesetz will ich Euch geben, liebe deinen Nächsten wie dich selbst' |
Wir sollen uns also schämen und den endgültigen Menschen anziehen. Wir sollen werden, wie er uns angewiesen hat und das Evangelium predigen, ohne dass wir eine Weisung oder ein Gesetz geben, es sei denn das, indem uns der Retter unterwiesen hat. |
Wie schon aus der Datei Meinungen auf der Homepage 2000free hervorgeht, kann man allerdings heute niemanden mehr für diese Geschehnisse verantwortlich machen und wir überlassen diese Dinge der göttlichen Gerechtigkeit, die auch dafür Sorge trug, dass die Toten auferstanden, indem die schriftlichen Zeugnisse vor wenigen Jahren gefunden wurden und schriftlich Zeugnis geben über eine Zeit, die wesentlich kürzer nach dem Tode Jesu war, als die bisher veröffentlichten Evangelien und daher vom Grundsatz her mindestens genau so glaubwürdig sein dürfte, wie Texte, die teils mehr als eine Generation später entstanden.
Dabei sollte man die Frage stellen und nicht vergessen, dass der sogenannte Heilige Stuhl wahrscheinlich "gute Gründe" hat, besonders den Frauen Zugang zu den Archiven und Ämtern in der Kirche zu verweigern.
Würden die Frauen zu den Ämtern
Zugang haben, gäbe es doch dann über kurz oder lang keine stichhaltigen
Gründe mehr, den Zutritt und damit das bekannt werden der ältesten und
jüngeren Unterlagen und Belege der Öffentlichkeit und auch den Frauen
gegenüber vorzuenthalten und die Männerherrschaft des Vatikan, die weiß
Gott nicht immer nur Frieden brachte, wäre unwiderruflich zerbrochen oder
gibt es da nicht sonst noch Gründe?
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